Hunde-Erziehung

Ich hatte und habe schon mein Leben lang Hunde und seit April 2019 meinen Grossen Schweizer Sennenhund Diego.

Im Kanton Zürich, muss man einen Hundekurs absolvieren, wenn man sich so einen Hund zulegt, da er in der Klasse A1 ist und als Riese gilt. Seit neuestem müssen aber auch alle anderen neuen Hundehalter wieder einen Hundekurs machen.

Ich habe seit 1.5 Jahren über 2000.- ausgegeben in Hundeschulen, die mir nicht sagen konnten, dass ich einen Leithund habe und die konventionellen Erziehungs-Methoden da nicht funktionieren….(Wir haben z.B. über ein halbes Jahr Fuss laufen trainiert… Und es ging einfach nicht, egal was wir probierten, egal was ich tat.) Das macht mich wütend und so kann ich das neue Gesetz im Kanton Zürich nur in Frage stellen!

Wie viele Hundeschulen gibt’s, die eigentlich keine Ahnung haben?! Und das schlimmste, am Schluss werden zuerst Besitzer und dann der Hund verurteilt (und vielleicht sogar getötet). Vor allem dann, wenn der Hundeschul-Lehrer nicht mehr weiter weiss. Dann wird der Besitzer und der Hund ausgeschlossen oder mit Medikamenten abgetan. Traurig und sehr erzürnend ist das!

Ich habe so einen unglaublich guten Hund und ich will einen souveränen Hund haben, dem ich vertrauen kann und der mir vertrauen kann. In 1.5 Jahren konnte mir das bisher niemand vermitteln, weil sie scheinbar die absolute Basis des Hundseins nicht kennen, verstehen oder den Menschen vermitteln können. Hündisch lernen wäre angesagt!

Natürlich geht es darum, wie wir unsere Hunde führen, ihnen Grenzen zu setzen etc., aber es ist ein grosser Unterschied, ob du einen Leit- oder Gefolgshund hast. Und in Hundeschulen werden einfach alle gleich behandelt….und am Schluss stehst du da und hast viel Zeit, Geld und Nerven verbraucht, ohne nenneswertes Resultat. Man sagt dir immer wieder das gleiche, obwohl du schon lange merkst, dass das einfach nicht funktioniert. Ich gehe nun 3.5 Tage meinen Grossen umkrempeln mit einem Hundeschul-Lehrer, der mir das sehr plausibel und gut verständlich erklären konnte, weshalb man eben einen hochsensiblen, dominanten Leithund anders erziehen muss.

Ich möchte einen souveränen Hund der Hund sein darf und sich zwischen den Menschen gut fühlt und sich da sicher bewegen kann.

Ich werde hier weiter darüber berichten, wie es uns geht und wo wir stehen. Morgen fahre ich mit dem Grossen zu Kusi Habermann für ein 3.5-tägiges Umkehr-Seminar. Ich bin sehr gespannt und freue mich, weil er mir zum ersten Mal wirklich das Vertrauen geben konnte, dass er weiss was er tut und die Hunde wirklich erfasst hat.

Maja Nowak ist ein grosses Vorbild für mich! Wunderbar, wie sie die Hundesprache spricht und mit Hunden kommuniziert.

Update nach dem Seminar:

Diese 3.5 Tage Seminar bei Kusi waren wohl etwas vom härtesten, was ich je mitgemacht habe während eines Seminars und nach dem ersten Tag dachte ich sogar, ich halte das gar nicht durch! Und die, die mich kennen wissen, dass ich selbst ein harter Brocken bin und mich nicht so schnell „brechen“ lasse.

Tiefe Prozesse der Trauer und Wut setzten bereits nach ein paar Stunden vor Ort ein und ich musste mich schnell wieder fangen, um weiterzumachen. Der 2te und 3te Tag gingen dann besser .

Bei Kusi lernt man unglaublich viel über das natürliche Verhalten der Hunde im Rudel und auch über sich selbst. Weshalb habe ich überhaupt einen Hund? Als welchen Ersatz dient mir mein Hund? Halte ich meinen Hund überhaupt Artgerecht?

Ganz ehrlich, ich hatte schon ein paar Hunde im Leben, aber nach dem Seminar bei Kusi hatte ich das Gefühl, dass ich gar nichts wusste über Hunde und das es nicht meine Schuld war, dass ich in den Hundeschulen „nichts gelernt“ habe. Kusi ist in seinen Aussagen klar und deutlich. Es gibt kein: Ach vielleicht so und so….Nein, er zeigt einem genau auf, wieso es so gekommen ist und was man jetzt zu tun hat, wenn man seinen Hund behalten.

Das Seminar erhält von mir die Note 6 von 10. (Nachtrag März 2021: Ich habe die Note von 8 von 10 nach unten korrigiert, weil ich jetzt im März 2021 schon wieder viel verstanden habe und sagen musste, ja, die Methode von Kusi funktioniert, aber das ist nicht, wie ich meinen Hund halten möchte, bzw. haben möchte.)

Update 29.11.2020

Ich habe nach knapp 2 Monaten und nach dem 3.5-tägigen Seminar noch einen Praxistag bei Kusi gebucht wo ich jetzt von Freitag- bis Samstagabend war.

Ich hatte vorgängig die 2 Themen, die mit mir und Diego noch nicht so gut gehen mitgeteilt und freute mich auf diesen Praxistag, um mit meinem Hund, in diesem halbprivaten Seminar (nur 2 Hunde) und unter Anleitung von Kusi zu trainieren. Weit gefehlt. Ich habe in all den Stunden gerade mal 18 Minuten! mit meinem Hund trainiert. Der Rest war mündliche Wiederholung und Theorie, bzw. Videos anschauen und analisieren.

Ich bin von diesem „Praxistag“ wirklich sehr enttäuscht und habe nicht viel Neues dazu gelernt, auf meine Themen wurde nicht eingegangen, am Schluss als dann noch die Unterwerfung hätte trainiert werden sollen, hat er diese nach 5 Minuten abgebrochen, weil Diego so ausser sich war und wahrscheinlich auch meine Frustration spürte, dass er einfach nicht mitmachen wollte. Ich wollte es dann auch noch versuchen, dies fand Kusi keine gute Idee, da wir noch nicht soweit seien und wenn sich mein Hund ihm nicht unterwerfe, er es bei mir auch nicht tun würde. Er bot mir noch an, wenn ich die Unterwerfung zuhause geschafft hätte, ihm entweder ein Video davon zu schicken oder nochmal für 2 Stunden vorbeizukommen.

Für mich wäre es sehr, sehr wichtig gewesen, live, mit seiner Unterstützung und seinen Inputs zu trainieren, damit ich das Gefühl bekomme, wie es sich denn richtig anfühlt, was ich genau in diesem und diesem Moment machen muss, wie ich richtig reagiere etc.. Ich hatte mich auf wirkliche Praxis eingestellt, da es für mich und mein (Selbst)Vertrauen in Verbindung mit meinem Hund wichtig ist, die Dinge zu TUN. Hätte ich gewusst, was er unter einem Praxistag versteht, wäre ich gar nicht gegangen, denn für über 900.- (Kost und Logis inkl.), ist das ein hoher Preis dafür, dass meine Themen nicht angeschaut wurden und ich quasi einfach wieder an den Beginn gesetzt wurde mit der Aussage, ich könne ja dann noch 2, 3x kommen. Er begründet dies damit, dass man halt Punkte verliert bei seinem Hund, wenn man Dinge trainiert, für die man noch nicht bereit ist, bzw. dass einem das dann mehr schadet als hilft. Ok, dass kann ich bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehen. Aber ich habe inzwischen fast 2 Monate täglich trainiert mit meinem Hund und wir sollen ja auch weiterkommen. Dann hätten wir Dinge anschauen oder trainieren können, die wir schon besser können und dann von dort aus einen Schritt weitergehen.

Dieser „Praxistag“ erhält von mir die Note 3 von 10. Schade, die Enttäuschung sitzt tief.

Update 15.03.2021

Nach all dem bin ich nun bei ca. 6500.- Kosten insgesamt. Kusi hat mich insofern weitergebracht, dass ich einfach gelernt habe, dass es Leithunde gibt und die ganz andere Bedürfnisse haben, bzw. dass man da anders an die Erziehung rangehen muss. Ich habe bei ihm auch viel über das Rudelverhalten und die Hundesprache gelernt. Durch ihn konnte ich meinen Hund mehr und mehr verstehen, doch schlussendlich sagt mir seine Methode nicht zu.

Da mir Maja Nowak einfach sympathisch ist und ich glaube, dass Hunde meist super intelligent und hochsensibel sind, suchte ich jemand in der Schweiz, der mit ihrer „Methode“ arbeitet und fand Antonia Conzett. Da gehe ich seit ca. 2 Monaten hin und habe gestern die ersten 3 Tage zum Wegbereiter nach Maja Nowak absolviert. Mit dem Verständnis und diesen Tipps bin ich bisher am weitesten gekommen. Es funktioniert und ich muss meinen Hund nicht „brechen“ und einsperren, sondern lerne ein richtiges Team mit ihm zu sein, meine eigenen Ängste abzulegen, zu vertrauen und habe all die Praxis die ich benötige, um mit Diego Schritt für Schritt weiterzukommen.

Diego ist ein hinterer Leithund und möchte gerne viel Zeit haben, um alles aufzunehmen und zu sehen. Da er aber keinen Wächter oder anderen Rudelhund an seiner Seite hat der für ihn schaut, musste er selbst nach vorne gehen, wenn z.B. ein Hund kommt. So schlüpfte er ständig in eine Rolle, die ihn überfordert und stresst. Situationen, denen er eigentlich gar nicht gewachsen ist, weil es nicht seinem Wesen entspricht. So reagiert er dann auch dementsprechend, was dann mich wieder stresst und ihn dann noch mehr. Wir waren sozusagen in einem Kreis gefangen.

Bei ihm muss alles in der Ruhe geschehen. Das beginnt zuhause, beim rausgehen und vor allem draussen. Und da arbeiten wir jetzt daran. Das ist eine grosse Herausforderung für mich, da ich eher der Speedy bin als ruuuhhiiiigg….So wachsen wir an unseren „Problemhunden“ und das ist ganz wunderbar. Er zeigt mir jeden Tag, was ich bei mir noch erkennen darf, wo ich nicht frei bin und wie ich durch und mit meinem Hund ein „besserer Mensch“ werde 😉

Hier ein kleines Video vom Wegbereiter Training bei Antonia.